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Stellungnahme des EBB zum "Ende von 'Schengen'"

Anlässlich des drohenden Endes der Schengen-Vereinbarungen zur Personenfreizügigkeit in Europa erklärt der EBB-AEDE Bundesvorsitzende Alfons Scholten heute: "Das drohende Ende der Personenfreizügigkeit in Europa führt uns zurück in das nationalstaatliche Klein-Klein der 80er Jahre und erschwert nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit, sondern auch den Austausch im Bildungswesen. Wenn aber der Schüler- und Studentenaustausch um 30 Jahre zurück gedreht wird, werden der EU viel interkulturelles Kapital, Innovationsfähigkeit, Kreativität in Wirtschaft und Gesellschaft und damit ihre Zukunft verloren gehen."

Die Diskussion über die mögliche Wiedereinführung von Grenzkontrollen im großen Stil hat nicht nur Konsequenzen für die Wirtschaft und den Binnenmarkt, sondern bedroht auch die Begegnungsarbeit in allen Bereichen der Jugendarbeit und des Bildungswesens. Insbesondere die in den letzten 30 Jahren von vielen europäisch engagierten Kolleginnen und Kollegen mühsam erarbeiteten quantitativen wie qualitativen Fortschritte im Schüler- und Studentenaustausch werden so kaum zu halten sein. Und es wird lange dauern all das, was jetzt zerstört zu werden droht, danach wieder aufzubauen.

Auch im Schüler-und Hochschulaustausch ist Zeit Geld und bedeuten längere Bus- oder Flugreisen zum Partner- oder Studienort auch höhere Kosten, was viele Projekte erschweren und in Frage stellen wird. Zudem haben viele Schulen angesichts von G8 einerseits und den verkürzten Reisezeiten andererseits, die Dauer so mancher Begegnung auf wenige Tage verkürzt, was jetzt zum kompletten Ausfall führen wird und durch den virtuellen Austausch per etwinning und Internet nicht so einfach zu ersetzen ist.

Da Deutschland von Freunden umgeben ist, hat sich in vielen Grenzregionen auch im Bildungsbereich ein lebhafter und kreativer 'kleiner Grenzverkehr' entwickelt. So gibt es mittlerweile viele Projekte, die davon leben, dass man an einem (Nach)Mittag problemlos hin und her fahren kann. Dieses wichtige Element der Internationalisierungsstrategie von vielen Vorschulen und Grundschulen, von Jugendverbänden und (Sport)Vereinen, aber auch von weiterführenden Schulen und Hochschulen dürfte eben-falls ersatzlos weg fallen.

Der EBB-AEDE Vorstand ruft deshalb alle europäisch Engagierten auf, sich für die Erhaltung der Personenfreizügigkeit einzusetzen und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu verhindern.



Duisburg/Aldersbach, den 23.1.2016

Alfons Scholten

Bundesvorsitzender EBB-AEDE e.V.

Bundesvorstand des EBB

Der 2012 zum ersten in dieser Besetzung gewählte Vorstand des EBB wurde auf der Mitgliederversammlung im Rahmen des 20. Bundeskongresses in Düsseldorf mit großer Mehrheit bestätigt und wiedergewählt!

Einen Dankeschön dem gewählten und erweiterten Vorstand für die Arbeit in den letzten drei Jahren sowie einen herzlichen Glückwunsch & viel Erfolg für die europäische Bildungsarbeit in den nächsten drei Jahren!!!